29.08.09

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Letzte Woche hatte ich mich mit Tobias, einem Kletterfreund aus Dresden, hier verabredet. Das waren zwei aktive Tage. Am ersten Tag sind wir zum Beispiel einen Schulterriss geklettert, der die ganze Zeit die gleiche unfreundliche Breite hat. Das anstrengende daran ist, dass man nicht so richtig mit dem Koerper in den Riss reinkommt um sich nach oben bewegen zu koennen. Nein, man haengt nur mit einer Schulter und einem Bein drin. Die restlichen Arme und Beine versuchen krampfhaft und auch noch erfolglos sich auf der Wand halt zu verschaffen. Ich glaube es sieht sehr lustig aus, wenn jemand voellig ueberfordert an dem Fels rumrudert und zu seinem entsetzen ueberhaupt keinen Zentimenter vorrankommt. Ich hab mich dann noch mehr angestrengt und verkrampfte zunehmend weil ich feststellen musste, dass mir ganz schoen schnell die Kraft aus geht und ich mich bald nicht mehr in dieser mehr oder weniger gleichmaessigen Ruderbewegung halten kann.
Tobias versuchte mir die anscheindend sehr einfache Risstechnik zu erklaeren, ich solle bloss den rechten Fuss ordentlich verklemmen. Mit einigen Griffen und Tritten auf der Wand konnte ich mich dann soweit hochmogeln, bis der Riss, der sich "Pipeline" nennt, auch noch ueberhaengend wurde! Dort hatte ich dann die Nase voll und bin raus auf die Wand gegangen. Anpiazen laesst sich so ein Riss naemlich vorzueglich, doch im Vorstieg wuerde man mit dieser Technik schnell sein Leben riskieren.
Also, Schulterrisse sind immer noch nicht meine Qualitaet, da hat sich in den letzten Jahren nichts geaendert.

An dem zweiten Tag kletterten wir glaubig 19 Seillaengen. Es hat echt Spass gemacht, mal wieder so richtig schnell zu steigen, wir waren flott unterwegs und konnten mindestens vier andere Seilschaften ueberholen.

Seit ein paar Tagen ist nun Jean-Charles Urlaub zuende und er ist wieder heim geflogen. Auch meine Tage hier sind nun langsam gezaehlt. Ich muss mich somit auf meine letzten Ziele konzentrieren. Das entpuppte sich als gar nicht so einfach. Aber von vorne.
In meinem Zimmer hing letztes Jahr ein grosser schwarz-weiss Kalender. Da war ein unglaublicher rechtsreneigter Fingerriss vorne auf dem Deckblatt. So, und wo war das? In Squamish. Da muss ich hin. Das will ich klettern, hab ich gedacht.
Jetzt bin ich hier und will diesen minimalistischen Felsstrukturen folgen, da merke ich beim suchen im Kletterfuehrer, der Riss steht gar nicht im Fuehrer. Ist aber auf dem Gelaender der Eisenbahn, ja mal wieder die Eisenbahn;-)
Und das Klettern ist dort seit einigen Jahren nach etlichen Unfaellen verboten.
Also bin ich dieser Tage mal an den Wandfuss gelaufen und stand also jetzt vor dem Riss, wovon ich nicht einmal weiss, wie er heisst. Unverrichteter Dinge bin musste ich leider wieder gehen.
Auf dem Zeltplatz habe ich gehoert, er soll 5.11 sein. Aber ich habe auch gehoert, dass die Eisenbahn Strafzettel verteilt, an Kletterer die sich nicht an ihre Regeln halten wollen und diese Strafzettel sollen mit 480$ ganz schoen saftig sein.

Jezt bin ich ganz schoen in der Klemme. Was soll ich machen?
Es wird sich zeigen. Nach einem Buch, das ich grad lese, bin ich ein vernunftbegabtes Wesen...

Meine Zeit ist alle.

also bis bald.

26.08.09

zu einem richtigen Kletterblog gehoeren auch Poserfotos...


die Nordwaende in der Morgensonne


"high plains drifter" 5.11c
Eine 2 SL Ausstiegsvariante einer 15 Seillaengenmodetour. Wir fanden einen saugenden Handriss, der leicht ueberhaengt und nach links tendiert. schuerf.schuerf.krazt.
Achso, das fest instalierte Statikseil im Hintergrund ist zum Abseilen vom Gipfel, wenn man sich den unteren anstrengenden Gebirgsmarsch schenken will...


Jean-Charles Finger...


"Cutting Edge" V4
Dieser Boulder war ein Muss fuer mich, da er auf der Titelseite des lokalen Boulderguides ist ;-)


ein klasse Boulder; V6